24/7/2009 apropos "Sommer?..."

Was ist denn hier los? Auf den paar hundert Metern vom Bahnhof bis vor unserer Haustüre sind die Strassenränder und teilweise sogar die Strassen selber, mit allerhand Grünzeug übersät.

      

 

Wütete hier ein Orkan?

       

Wieso habe ich rein gar nichts von einem Unwetter mitbekommen? Kreuz und Quer durchs Land reisend, habe ich offenbar dem Wetteraufruhr ein Schnippchen geschlagen – wer ist da wem voraus oder hinterher geeilt?

 

Die Zeitungen berichten von einer Windgeschwindigkeit über 94kmh und von Pingpong Ball grossen Hagelkörnern...

    


10/6/2009 apropos "steiler Pflastersteinweg..."

Vom Bahnhof her durch die Gassen Berns flanierend, sich in unzähligen Schaufenstern nach schönen Dingen umsehend und den eigentlichen Wunsch hegend auf die wunderbare Stadt, die trotz ihrer Grösse, mit den ziegelbraunen Giebeldächern einen eher ländlichen Touch behielt, hinunter zu schauen,

 

keuche steige ich hin und wieder den schmalen Pflastersteinpfad hinauf

 

 

in den schönsten Garten Berns.  Fortsetzung folgt…


15/2/2009 apropos... Panik..

Kein anderes Gefühl kommt so machtvoll daher wie die Panik.

In einer vermeintlich ausweglose Situation in der ich mich völlig ausgeliefert fühle, weil ich selber mit meinem Intellekt und meinem Können nichts mehr ausrichten kann, packt mich für Augenblicke die reinste Panik. Stockender Atem, durcheinander wirbelnde Gedankenblitze, gestörte Bewegungsabläufe und lautes rekapitulieren des Geschehens – HALT, halt, halt.

Zum Glück sind solche Attacken sehr, sehr selten

Mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen, tief, bewusst und ruhig atmend nach den nächsten Lösungsmöglichkeiten zu greifen, gehören eigentlich zu meinen bevorzugten Reaktionen.

Eigentlich…


11/1/2009 apropos "Sprachverwirrung oder so.."

Diese Beiden kutschieren schon seit 80 Jahren zusammen durch die ganze Welt.

Schon immer lagen ihre Bücher in Francis’ Zimmer. Wenn er weg war und Grandmama zu beschäftigt um es zu verhindern, schlich ich mich zu den Comics und studierte die Bilder zu den Geschichten, von denen die grossen Jungs bei Tisch eifrig, sich auf- oder übertrumpfend, erzählten. „Tintin & Milou“ - lesen konnte ich als kleines Knöpfchen die Worte noch nicht – aber ich hörte diese Namen oft genug. Verstanden habe ich über die Abenteuer der Beiden wohl wenig bis gar nichts. Deshalb musste ich mir die Sache genau anschauen und blätterte sorgfältig und mucksmäuschenstill in diesen Bänden.  

In dieser Zeit kam mein grosser Cousin für eine Weile zu uns – und was brachte er mit? Bücher von Tintin & Milou! Auch wenn seine Comics andere Bilder trugen als die drei Bücher von Francis, so waren Tintin & Milou doch unverwechselbar darauf abgebildet. Ich erinnere mich sehr gut an die Szene in der ich die Namen der Beiden verzweifelt und so wild wie ich Kleine das nur konnte verteidigte: das waren Tintin & Milou und üüüüberhaupt nicht Tim und Struppi, wie der Cousin behauptete. Er schmunzelte über meinen Eifer, verwuschelte amüsiert meine Haare uuund gab mir doch nicht recht. Überhaupt nichts konnte ich ausrichten und wartete ungeduldig auf den Abend und auf Francis, der mir helfen sollte den Cousin zu überzeugen.

So musste ich meine Lektion über die Übersetzbarkeit von Namen lernen. Egal, ob Grandmama auf französisch und deutsch dieselbe war, egal, dass Aline auf deutsch und französisch Aline blieb, egal, dass Francis in beiden Sprachen Francis hiess: aus Tintin & Milou wurde Tim und Struppi

Hhhmmmm – etwas genau zu wissen und dann doch falsch zu liegen, ist eine fatale Erfahrung die ich mir, aus heutiger Sicht, gerne erspart hätte…

 

 


18/2/2008 HILFE

Fotos von apropos...

das neue Update bei Flickr/Yahoo verhindert den Zugang zu meinem Account!

Auch wenn ich Schritt für Schritt nach Anweisung vorgehe, komme ich keinen Schritt weiter ;-) stäckedöööörlihimmelaberauch


11/12/2007 Leer, leer, leer

Dezember für Dezember, für Dezember sitze ich in meiner freien Zeit mit roten Wangen, der Zungenspitze im Mundwinkel und eifrigen Fingern am Schreibtischchen und schreibe eigenhändig Weihnachtskarten so viele wie mein Adressbüchlein Einträge enthält.  Dies war bis jetzt immer mein ganz besonderes Dezembervergnügen.

Auch heure liegt ein grosser Stapel Weihnachtskarten bereit. Spezielles Einlagepapier ist zugeschnitten, die Füllfeder mit frischer Tinte bestückt und das Herz ist so schwer, dass kaum ein vernünftiges Wort aufs Papier gelangt.
Leer, leer, leer –
durch den Tag gelingen mir zwar belanglose Plaudereien, manchmal höre ich mich sogar lachen. Wenn trotzdem jemand meine Trauer bemerkt, habe ich das Gefühl mich entschuldigen zu müssen – Rückzug bleibt der einzige Schutz.

Sobald ich mich hinsetze und ein paar persönliche Zeilen an Freunde richten will, fehlen mir buchstäblich die Worte.
Eigentlich könnte ich nur eines schreiben: dass ich sie unendlich lieb habe und dass ich wünschte sie wohlbehalten und glücklich durchs Leben ziehen zu sehen.
Das tönt so platt.
Niemand kann abschätzen wie wichtig mir diese Gefühle und wie ernst mir diese Wünsche sind und wiesehr ich auf deren Erfüllung hoffe.  

Heuer bleiben meine Karten ungeschrieben. Heuer bin ich ganz einfach in Gedanken mit meinen Lieben verbunden – je nach dem sind gute Gedanken Wort genug.


28/11/2007 uuuuund Leben findet statt...

staunen, plaudern, lachen, zuhören,
Treppen klettern rauf und runter,
versteckspielen, auskundschaften,
Neues entdecken, quietschen, naschen,
knuddeln, schaukeln, kochen, essen,
trinken, werweisen, Entscheidungen fällen,für die nahe Zukunft planen,
freuen, lieben, zusammensein -

Leben findet heute statt.

 

 

 

 

apropos: T.M.s heutiger Eintrag passt so gut zum eben Erlebten ...


26/11/2007 apropos "unverhofft..."

Photo by R.L. - geknipst für mich


In einem der Schublädchen vermute ich passende Kuverts für ein paar eben geschriebene Briefe. Stattdessen halte ich unvermittelt Fotos von dir in den Händen – ein Abschiedsgruss der ganz speziellen Art! Danke, danke, danke

 


Fazit:
immer und überall Fotos zu knipsen hat schon sein Gutes… sie nicht immer ins Album zu kleben auch - nur so kann ...

 


24/11/2007 So fern und doch ganz nah

So fern und doch ganz nah sind die Menschen, um die wir weinen.
Sie sind fern aller Trauer, fern aller Dunkelheit, fern allem Leid
und so fern unserer Welt.
Sie sind ganz in Freude, ganz im Licht, ganz in der Liebe
und ganz nah unserem Herzen.                                 Irmgard Erath

Photo by R.L.

21/11/2007 allerschwärzester Tag in meinem Leben

Ein zwölfjähriges Mädchen war ich, als du zu uns stiessest. Ein kleines rotes Hämpfelchen mit schon ziemlich langen dunklen Haarschübelchen und zarten Fingerchen die sich sofort um meinen ausgestreckten Zeigefinger schlossen. Schon im Voraus habe ich aus zarter Wolle ein Ausgehjäckchen für dich gehäkelt mit dazupassendem Mützchen notabene – deine Mama staunte über die sorgfältig arbeitende Zwölfjährige und wählte dieses Kleidchen für deine Taufe – unvergesslich diese Ehre für mich als Mädchen – vor allem war ich aber sehr beglückt in dir jemanden zuhaben den ich von Herzen verwöhnen konnte: ein richtiges, richtiges Familienbaby.

Ausfahren mit dem Babywagen - Schöppele – Banane mit Joghurt mischen – vom Taschengeld Esslätzchen für jeden einzelnen Tag einkaufen – dich herzen und vermüntschelen – mit dir umherkrabbeln – deine ersten Schrittchen begleiten – staunen dass deine ersten Worte tatsächlich auf französisch daher kommen, grad so wie bei deiner Mama – sich wundern über die Vielzahl deiner kleinen Autos – Spazieren gehen - Schaukeln – deine Geburtstage feiern – und plötzlich ein abrupter Schnitt: deine Mama und dein Papa trennten sich. Trauer – wir sahen uns vorerst nur noch spärlich. Manchmal, wenn niemand anderer zur Verfügung stand, duften wir dich für einen Tag bei uns zu Hause haben: mit Bauklötzen die höchsten Türme bauen, zusammen lachen, zeichnen, den Hund Gassi führen, französisch parlieren, Gelächter auskosten und trauern wenn du am Abend wieder zurück zu deiner Mama gingst. Du gehörtest doch auch zu uns…

Während meiner Ausbildungszeit hat dein Papa dich manchmal an einem Samstag mit ins Geschäft genommen. Du nanntest dich „le petit Souchef“ Mama brachte dir dies bei, und du stauntest darüber wie gekonnt wir unsere Arbeit taten: das wolltest du auch einmal können. Es folgten Jahre der Ferne weil wir uns im Ausland engagierten. Du musstest andere, erschütternde Entbehrungen hinnehmen: auf einmal gab es deine Mama nicht mehr. Jetzt begann dein Leben an der Seite des Vaters. Wir begegneten uns wieder etwas öfter. Die Zeit der Kindheit war definitiv zu ende. Du wähltest später den gleichen Beruf wie dein Herr Papa, verfolgtest weitere Studien in der Meisterschule, wurdest erfolgreich, bliebst aber immer der charmante, liebenswürdige, humorvolle und feinfühlende Souchef der seine Lausbubenhaftigkeit vordergründig nie ganz abschütteln wollte. Dein Lachen tat wohl. Heirat mit dem patentesten Mädchen der Welt, reisen, geniessen, arbeiten, arbeiten, arbeiten uuuund einen Sohn zeugen. Gegen Krankheit rebellieren, Leben auskosten, rundum alles Perfekt hinkriegen wollen, dabei merken dass nicht alles unter einen Hut zu bringen ist uuuund daran verzweifeln.

Heute haben wir von dir Abschied genommen. Dich hergeben zu müssen ist für uns alle sehr, sehr schmerzlich – heute ist der allerschwärzeste Tag meines Leben.


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