27/2/2010 apropos "Wärme..."
SIE will, dass ich nicht friere und setzt mich zwischen all ihre Handschuhe -
oder packt mich in ihren Wollschal ein...
SIE will, dass ich nicht friere und setzt mich zwischen all ihre Handschuhe -
oder packt mich in ihren Wollschal ein...
Mit seinem Schimmern, Glimmern und Flimmern, mitten in mein Gesicht, weckt er mich viel zu früh auf...
Der Mondschein hat dies eigen, wie uns deucht,
Er scheinet uns die Welt der Geister aufzuschliessen:
Man fühlt sich federleicht
Und glaubt in Luft dahinzufliessen;
Der Schlummer der Natur hält rings um uns herum
Aus Ehrfurcht alle Wesen stumm;
Und aus den Formen, die im zweifelhaften Schatten
Gar sonderbar sich mischen, wandeln, gatten,
Schafft unvermerkt der Geist sich ein Elysium.
Die Werktagswelt verschwindet. Ein wohllustreiches Sehnen
Schwellt sanft das Herz. Befreit von irdischer Begier
Erhebt die Seele sich zum wesentlichen Schönen,
Und hohe Ahnungen entwickeln sich in ihr.
(Christoph Martin Wieland)
Die ganze Welt ist durchzogen
von Adern der Liebe,
von Strömen der Zuwendung,
trotz aller Schreckensmeldungen.
Viele Millionen davon
haben ein dichtes Netz geknüpft,
das uns hält. Wer vertraut, sieht es.
Nichts wird nötig in der Welt gebraucht
wie Menschen, die an Geld und Besitz,
an Ansehen, Ehre und Erfolg,
an Berühmtheit und Sicherheit vorbei sehen können
und die noch einen Blick für die Liebe haben -
die Liebe im Kleinen und Unscheinbaren,
nicht mit der Leidenschaftlichkeit,
die schnell verfliegt, sondern mit der Ausdauer,
an der andere gesunden können.
Weil es diese Liebe gibt,
dürfen wir vertrauen.
Wir dürfen uns hineinwagen in die Zuwendung,
in das Sorgetragen, die Berührung,
den Hautkontakt.
Ulrich Schaffer
Mit Fieber im Bett liegend, lese ich von Thomas Widmers Fussmarsch durch den Schnee ins eingeschneite Grimsel Passhotel. Auch wenn ich mir diese Expedition als sehr streng und mühsam vorstelle, so sehne ich mich doch nach einem, noch so anstrengenden, Spaziergang in der sonnigen und paradiesischen Höhenlandschaft.
Och – es dürfte auch weniger sein.
Als Belohnung ein Bett mit weissen Vorhänglein und Holzhimmel wäre gerade das Richtig.
Langsam habe ich es wirklich satt hier ans Haus gebunden zu sein und als einzige produktive Arbeit jeweils das Bett neu zu beziehen und Bett- und Frottierwäsche zu waschen, ab und zu ein Süppchen zu kochen und tagelang zu inhalieren. Die Fieberschübe sollen doch bitte mal nachlassen, der Husten auskurieren und die Nase frei werden. Es isch überhoupt nid luschtig...
Süchtig danach... um himmelswillen, was ist „süchtig“ - kaum bin ich hier angekommen, höre ich Wörter deren Begriffe mir fremder sind als die Fremde selbst.
Sie sagt „süchtig oder Sucht“ seien alte Wörter für Krank-sein und Krankheit.
Kurioser Weise sprechen die Menschen über liebgewordenen Gewohnheiten „von ihrer Sucht nach...„
Als Beispiel zeigt sie mir ihre kleine Artus-Puzzle-Sammlung.
An keinem Artus-Puzzle vorbeigehen zu können ohne es zu erwerben, tagtäglich auf ricardo Nachschauen zu müssen ob nicht etwa eines dieser Spiele angeboten würde, Familie, Freunde und Bekannte dazu nötigen aus dem Ausland artusPuzzles mitzubringen - und schlussendlich solange vor der Problemlösung zu sitzen bis alles feinsäuberlich aufgeht – das könnte man in diesem Sinne als Sucht bezeichnen.
Also sei sie süchtig nach Artus-Puzzles... tztztzt
Eine gute Definition zum Begriff "Sucht" liefert übrigens diese Seite ;-)
Die Schweizer im Gespräch ...
Da wo ich herkomme gibt es nichts in der Farbe GRÜN.
An den grünen Segmenten auf dem blauen Planet konnte ich mich deshalb nie genug satt sehen. Immer wieder richtete ich mein Fernrohr dorthin.
Jetzt bin ich endlich hier auf diesem sagenumwobenen blauen Planeten mit den grünen Flecken angekommen – uuund alles, aber wirklich a l l e s rings um mich herum ist weiss, weiss, weiss uuund grau statt blau.
SIE versucht mich auf den nahenden Frühling zu vertrösten – aber wer, bitte schön, garantiert mir einen Frühling? Stundenlang stehe ich am Fenster. Ausser Schneeflocken, dicht an dicht, sehe ich gar nichts.
„Schau doch wiedereinmal ein Bisschen vor deine Nasenspitze “ - hopperla, SIE klingt plötzlich genau so wie der alten Petrus... meine verschüchtert zu IHR blinzelnden Augen weiten sich ...
GRÜN, GRÜN, GRÜÜÜÜÜÜÜN
LEBEN
Liebster, es macht enormen Spass mit Dir so durchs Leben zu gehen, als könnten wir in jedem Moment etwas Wundervolles erleben – genau deshalb entdecken wir immer wieder Neues und geniessen oft das Unverhoffte.
LIEBEN
Ein Glück, wie frühzeitig wir bemerkten, dass Liebe die gemeinsame Freude an unseren wechselseitigen Unvollkommenheiten ist. Mich in meinen natürlichen Unvollständigkeiten nicht als Aussenseiterin fühlen zu müssen und akzeptiert fühlen zu dürfen – das ist für mich die gelebte Liebe mit Dir.
LACHEN
Danke für die Minuten die wir gemeinsam lachend verbringen. Nach chinesischem Sprichwort verlängern wir so unser Leben – und fühlen uns glaub aus diesem Grund fast keinen Tag älter als damals....
DANKE
für die tollen Jahre!
Uff, so habe ich mir das doch nicht vorgestellt: erst sitzen wir wohlig warm bei Kerzenlicht in der gemütlichen Stube und schon stürmt SIE ganz unverhofft mit mir in der Hand hinaus ins eiskalte Wetter. Den Schnee will SIE mir zeigen – so als ob ich Schnee nicht schon längst kennen würde.
Schliesslich gehörte das Zaubern von Schneesternen zu meiner Grundausbildung. Immerhin brachte mir das Aufbeschwören von feingliedrigen und grazilen Flöckchen, gute Noten im Fach „Freudenbringen“.
Huch, der Kälteschock lässt mich fast grantig werden – doch SIE tanzt vergnügt mit dem Fotoapparat um mich herum und freut sich am herrlichen Weiss ringsum.
Der alte Meister Petrus hatte also doch recht: Schneeflocken können Freudenbringer sein...
Gruss und bis bald, SternErdguckerchen
Auf den letzten Zug gehen
hiesse
noch ein bisschen zusammensitzen
und etwas trinken
mit dem Sänger
und seiner Frau
und den alten Bekannten.
Auf den vorletzten Zug gehen
hiesse
noch ein bisschen zusammensitzen
und etwas trinken
mit dir
denn du würdest noch auf mich warten
und holtest mich ab
am Bahnhof.
Ohne zu zweifeln
drücke ich hastig die Hand
dem Sänger
der Frau
und den alten Bekannten
und renne
so schnell ich kann.
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