
Vor ein paar Tagen konnte ich voller spannender Freude und mit vielen kleinen Schmetterlingen im Bauch, ein kleines antikes Schächtelchen voller uralter Papier-Anziehpüppchen ersteigern. Huch, diese Trouvaille liessen mein Herz schneller schlagen – warme Kindheitserinnerungen stiegen auf.
Die Babysitterin meiner Kindheit, ein grosses Mädchen, das noch nicht der Schule entwachsen war, brachte eine schmale Kleiderschachtel voller Papierpuppen, samt reichhaltigen Garderoben, mit zu ihrem Hütedienst. Notabene viel moderner angezogen als die jetzt ersteigerten Püppchen, aaaaber nicht minder spannend und mit so vielen Accessoires wie ich mir nur träumen konnte.
Wir beide, das ältere Mädchen und ich kleines Stümpchen, waren ausgiebig ins Puppenspielen vertieft. Das grosse Mädchen erfanden die herrlichsten Geschichten. Wir achteten überhaupt nicht auf die vergehende Zeit und erschraken fürchterlich als uns die heimkehrenden Eltern weit nach Mitternacht in der Stube überraschten. Mama zeigte Verständnis und verfrachtete uns ohne viel Traraa ins Huli. Ich nehme an, die Träume waren süss, denn als ich die besagten Papierpüppchen auf der Auktion erblickte, überkamen mich sofort gute und warme Gefühle.
Jetzt halte ich also wieder einmal ein sehr passendes Anschauungsmaterial für meine älteren Damen in Händen. Damit lässt sich sicher auch mit ihnen prima in frühen Erinnerungen kramen. Diese einfache Art von Barbiepuppen kannte man in den 20er und 30er Jahren nämlich aufs Beste.
Mit meiner neuen Vorliebe für Papierpüppchen bin ich nicht alleine. Im Väinöla-Blog entdeckte ich heute einen entsprechenden Beitrag und dazu einen phantastischen Link zu einer Schwedischen Papierpuppensammlerin. Unter all ihren Labels zu stöbern lohnt sich sehr!
Was mir doch immer wieder zufällt mit dieser Bloggerei, sagenhaft! Vielleicht gibt es ja sogar hier in der Schweiz Leute, die solche Anziehpüppchen noch kennen?