31/1/2007 Sleep less in Bern

Angeregt von einer kleinen Telefonkritzelei ...



und flugs ist es mir auch schon wieder aus den Händen geglitten – Grund genug mich auf was Neues einzustellen...


Während ich mich anschicke die BlaueSerie zu beenden, spielen meine Gedanken schon mit neuen Ideen.



Halt – nicht nur die Gedanken: auch die Hände gleiten immer wieder in fremde Gefilde d.h. kein einziges Schächtelchen oder Döschen ist vor ihnen sicher. Die paar neuen Stöffchen lassen mich nicht mehr los - ich drapiere und reihe sie in immer neuen Zusammenstellungen aneinander und weil ich sie ja nicht schon im Vornherein zerschneiden mag, dreht meine Vorstellungskraft unsägliche Kapriolen. Überhaupt, mein ganzer Fundus gerät fast aus den Fugen vor lauter nüschele, kramen und stöbern. Das Köfferchen mit den hundertfachen Ingredienzien bietet Anreiz für phantasievolle Gebilde und ich kann es beim besten Willen nicht leugnen: ich bin eine Spielende.
Huizinga, sie währen begeistert.

Und der eigentliche Grund dieser nächtlichen Eskapaden?
Er ist nach wie vor vorhanden – aber ich gebe mich nicht geschlagen.




26/1/2007 apropos "...das soll KUNST sein? "

Woran denken ich am ersten beim Begriff KUNST ?
Fotografie? Film? Medienkunst? Architektur? Kochkunst? Malerei? Bildhauerei und Plastik? Keramik? Beziehung? Design? Musik? Dichtung? Theater? Tanz?

Eine dieser Künste ist die Grösste unter ihnen.

Überhaupt: wie definiere ich persönlich den Begriff KUNST?
Erstaunt erfahre ich immer wieder, wie sehr sich Künstler mit dieser Begriffsklärung schwer tun. Besonders sie, die FÜR und IN der Kunst leben, sollten doch für sich als Kunstschaffende und für ihr Werk eine stimmige Definition in petto haben. Weder Picasso noch Beuys haben das Wort erklärt. Wenn Picasso es gekonnt hätte, hätte er es nicht preisgegeben – und Beuys findet eh, dass die Rätsellösung im Betrachter des jeweiligen Werkes liegt. Demzufolge ist meiner persönlichen Definition für Kunst, keine Grenze gesetzt:
Kunst ist für mich ein, in einem kreativen Prozess, mit persönlichem Engagement und Herzblut entstandenes Werk das die Herzen der Betrachter berührt.
Der kreative Prozess besteht für mich in der intensiven Auseinandersetzung zum Thema, enormer persönlicher Hingabe und wiederholten, reflektierten Beobachtungen deren Konsequenzen sich im Werk wiederspiegeln und last but not least: auch mit der abschliessenden Akzeptanz des Künstlers mit seinem Werk.

Was bedeutet mir KUNST?
Im Betrachten, Hören und Fühlen kann ich mich selber intensiv wahrnehmen – ich bin in solchen Momenten ganz ich. Es gibt altmodische Worte, die ich eigentlich nie verwende weil sie einen eigentümlichen Touch mit sich führen, die aber in diesem Kontext hier völlig zutreffend sind: Andacht und Erbauung.
Kunst gibt mir einen gehörigen Anstoss, Dinge aus einem anderen Blickwinkel, vielleicht in einer auf-merk-sameren Weise, zu betrachten.
Kunst macht mich neugierig auf Leben rundum und gibt auch Anstoss zu Veränderungen ganz in Kleinem und Persönlichem.

Eine dieser Künste ist die Grösste unter ihnen.
Beziehung betrachte ich als die grösste aller Künste. Sie ist im eigentlichen Sinne ein Lebenskunstwerk. Sie beinhaltet einen kreativen Prozess in den allersubtilsten Nuancen – mit ganz viel persönlichem Herzblut – mit unzähligen bunten freudig-fröhlichen Farbpartien und auch einigen dunklen, fast vernichtenden Farbtönen, die im Gutintegriertsein dem Ganzen viel Tiefe verleihen.
Beziehung ist ein Kunstwerk – nicht einfach Kunst oder gar ein Kunststück.
Beziehung ist ein Kunstwerk – das niemandem in den Schoss gelegt wird.
Beziehung ist ein Kunstwerk – und wir selber sind die Schöpfer dieses Werkes.
Beziehung ist ein Kunstwerk – das gemeinsam weiterentwickelt und verarbeitet sein will.
Beziehung ist ein Kunstwerk – und in meiner/unserer Ausgestaltung ein absolutes Unikat und schon deshalb ungeheuer wertvoll.
Beziehung ist ein Kunstwerk – eine Kostbarkeit ohne Garantieschein
Beziehung ist ein Kunstwerk – und wertschätzendes, sorgsames und liebevolles Handling gehört unabdingbar dazu.


Beim Schreiben dieser paar Zeilen berührt mich ein Gedanke sehr stark:
Es gibt Schicksalsschläge die unser Kunstwerk zerstören, es rauben oder gar mit Füssen treten.
Wir sind untröstlich.
Die Erinnerungen an die glücklichsten und eindrücklichsten Momente mit diesem Werk und seinen Kunstschaffenden bleiben uns für immer und ewig erhalten.

Nichts destotrotz steht eine weisse Leinwand, ein Tonklumpen, ein unbearbeiteter Marmorbrocken, ein leeres Notenblatt, ein frischer MemoryStick für uns bereit...

Ein Kunstschaffender bleibt ein Kunstschaffender –
- ist Kunstschaffende, ist Kunstschaffende, ist Kunstschaffende...




24/1/2007 Schnee? Schnee!

Es ist schon etwas später am Abend. Es nieselt auf dem Heimweg – den kleinen Knirps lasse ich am Handgelenk baumeln und halte das Näschen gen Himmel um ja die ersten Schneeflöckchen zu erhaschen – dabei muss ich schmunzelnd an die zart zappelnden dunkeln Finger denken, mit denen unsere Bedienung heute Mittag ihrer Vorfreude auf den kommenden Flockentanz zum Ausdruck brachte. In ihrer Heimat hat sie Schnee gesehen: auf der weit, weit, weit entfernten Spitze des Kilimandscharo. Wie sich dieses köstliche Weiss anfühlt, wird sie bald erfahren. Schnee ist bis in die Niederungen angesagt und diesmal glaube sogar ich an die Schnee bringenden Winde. Alles wird eingemummelt und gedämpft sein – Annäherung an die Stille. Wohltuende Stille ...



21/1/2007 Apropos „Liebe ist...“

Es muss gelüftet werden – Grundbedürfnis einer fiebrig Rumhängenden.
Der Liebste besorg das ausgiebig: nebst dem Schlafzimmer wird gleich auch der Dachstock gründlich durchlüftet. Bevor meine Bettdecke rumwirbelt krächze ich ein:
„Scha-atz, es zieh-hiet“ nach Oben.
„Scha-atz, ich dich a-auch!“ schallt es zurück.
ups
Noch bevor es mich aus dem Bett weht, will ich selber zum Rechten sehen und gleichzeitig klären was das „ich dich auch“ bedeuten soll.
Nun, auf die Distanz ist offenbar aus dem „Scha-atz, es zieh-hiet“ eine „Scha-atz, hab’ dich lie-ieb“ geworden.
OK – wenigstens der Grundton kommt passend rüber und die Antwort dementsprechend auch – zuversichtlich kann ich unserer Altersschwerhörigkeit entgegensehen...



21/1/2007 Fiebertraum


Schon die dritte fiebrige und traumreiche Nacht.
Die Träume hinterlassen Erinnerungen an lebhafte Geschichten.
Das überrascht mich sehr.

Keine Angstträume notabene.



17/1/2007 Ländliche Idylle mitten in der Stadt Bern

Ländliche Idylle mitten in der Stadt Bern
Falkenplatz – am Fusse der Länggasse



Mittagspause für die Stadtgärtner. Aufgeräumt und aufgereiht lassen sie die sperrigen Utensilien und das Schnittgut beim momentanen Arbeitsplatz stehen – hier wird niemand böswillig zugreifen. Die altehrwürdigen Gebäude der Uni und die Häuserzeilen am Falkenplatz sind Hüter genug.






Ein paar verwunderte Blicke und kecke Zurufe treffen die unbekümmerte Fotofrau. Nichts weiter.
Sämtliche Bänke sind menschenleer. Trotz frühlingshafter Temperatur setzt sich niemand mitten im Winter zum Lunchen nach draussen...






14/1/2007 apropos "hätte ich..."

Hätte ich eine „Kreativ-Blog“ könnte ich regelmässig über meine ganz alltäglichen Freuden und Leiden berichten – und das Gähnen wäre vorprogrammiert....

Ein Lebensqualitätsblog ist manchmal auch zum Gähnen – und wie!
Groteskerweise sind die Beiträge am beliebtesten, in denen ersichtlich wird, wie sehr meine Lebensqualität flöten geht. Auch für mich sind jene zahlreichen Episödchen in denen überhaupt nicht alles Rund läuft, amüsant. OK ich gebe es zu: die seltenen Momente in denen mir selber das Lächeln erfriert, sind nur noch für die Zuschauenden und Zuhörenden wirklich lustig.
Anyway – über mich selber zu Lachen, und sei es auch im Nachhinein, ist ein mir angeborenes Geschick. Es erleichtert vermutlich meine Leben eminent – also so richtig beurteilen kann ich’s ja nicht, denn ohne war/bin und werde ich nie sein.
Lachen
Lachen als eines meiner Lebensthemen – eigentlich hätte ich ja Lachtherapeutin werden sollen.
Halt – Fehlidee! Schliesslich wird eine Künstlerin auch nicht Kunsttherapeutin und eine Tänzerin nicht Tanztherapeutin – ganz im Gegenteil: von dem man selber nicht nur beseelt sondern auch besessen und/oder gequält ist, kann man am wenigsten mit gutem Gewissen professionelle Hilfen weitergeben wollen.
OK mit dem Lachen ist es noch ein bisschen was anderes. Lachen gehört für mich zum Leben und somit automatisch in jede Therapie – insofern bin ich also mit meinem Lachen gut placiert.

Ich trifft ab - wollte ich nicht eine Situation schildern in der ich lachend keinen Clown mimte?
Nein – das verschiebe ich auf ein andermal.

„Komik ist laut.
Humor ist Heiterkeit.
Lächeln ist Gemüt –
wer Gemüt hat, hat auch Herz.“
Rühmann

Harlekin von YURI LIOLIS
Künstler mit viel Herz und einem Lächeln




12/1/2007 Apropos Blitzableiter

Sicherheitsschutz vor den Folgen des Blitzschlages.

Wenn Missverständnisse verunsichern, wenn Ungereimtheiten irritieren, wenn Ungerechtigkeit aufwühlt, wenn Bösartigkeit den Atem raubt, wenn Unzulänglichkeit wütend macht, wenn Dummheit herausfordert, wenn das Schicksal zuschlägt – dann sind gute Interventionsstrategien nötig.

Hier meine beste Strategie:
In Stichworten notiere ich mir die belastende und/oder frustrierende Situation/Objekt – ich lese das Geschriebene mehrmals sorgfältig durch und ich weiss nun konkret, was alles auf mir lastet.
Im Bewusstsein, nicht mit dem Problem identisch zu sein, zerreisse ich die Notizen in kleine Schnipsel und werfe sie weg. – Befreit von Schuldzuweisung kann ich mich nun der effektiven Problemlösung widmen.

Nebeneffekt:
weder der Partner, die Kinder, die Freundin, der Freund, noch die Mitarbeitenden und Vorgesetzten müssen kompensatorisch, für Dinge die mit der Sache an sich nichts zu tun haben, hochgelobt oder gar zusammengestaucht werden. * Kein Mensch wird zu meinem Blitzableiter.

* da obige „beste Strategie“ sehr bewusst durchlebt wird, greift auch nicht das Unterbewusstsein zu destruktiven Massnahmen...




11/1/2007 apropos "Inspiration..."




Ich sehe die Bilder, verfüge über Stoffe, weiss um das Objekt und kenne die Empfängerin.
Zu welcher Form und zu welchen gestalterischen Details lasse ich mich durch all Dies inspirieren?

Während ich diese Zeilen schreibe, sehe ich weitere Materialien vor mir, die ich zur Realisierung des Dings, noch besorgen will...

Im Vertrauen in meine Intuition und im Ausschöpfen und Verwirklichen von drollig/verrückt/verträumt/vergnügten Ideen, erhält das Werken einen mystischen Touch.
Ich kann die kribbelnde Freude, die sich in mir schon beim Gedanken an den Kreativenprozess breit machen will, nicht mehr bremsen.

Solches zuzulassen ist glaub die vielgepriesene Eigenliebe – diese grosse Kraftspenderin, die dann ermöglicht wohlwollend auf Andere zuzugehen und auch hilft, schwierigere Dinge zu verkraften.



10/1/2007 apropos "mega, giga, tara..."



Am Wochenende, pünktlich zum Dreikönigstag, habe ich von kleinen Händen und grossem Herzen eine schmale, lange Rolle überreicht erhalten – mein Neugierde war aufs äusserste angespannt und die des Patenkindes, der meine Reaktion genauestens beobachtete, glaub auch...



Hunderte von kleinen, ganz dünn geschnittenen Streifchen, sind einzeln und sehr dicht an ein Metallschnürchen geknotet. Dazwischen zieren Glasperlen diese wunder- wunderschöne Schmuckkette.


Ganz herzlichen Dank lieber Viktor, für dieses total schöne und genial zu mir passende Geschenk!

Dieses Werk ist Dir einfach mega gut gelungen und ich staune über deine enorme Geduld und die Ausdauer dieses schöne Schmuckstück anzufertigen!! Ich bin mir nicht sicher, ob ich als 8jährige soviel Energie hätte aufbringen können.
Es hat sich gelohnt – meine Freude darüber ist sehr, sehr gross – grösser als mega – giga ist auch noch zuwenig – „tera“ heisst ungeheuer gross – und das trifft voll zu!



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